28.09.2026

Projekt für mehr Ertragssicherheit im Obstbau

Foto: Scheel

Blüte verzögern, Spätfrostschäden vermeiden: Ein neues EIP-Projekt untersucht, wie Überkronenberegnung die Ertragssicherheit im Obstbau erhöhen kann.

Am 17.09.2026 fand in Müncheberg das Kick-off-Meeting zum EIP-Projekt „Blühverzögerung von Obstbäumen zur Erhöhung der Ertragssicherheit“ statt. Das Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) des Landes Brandenburg gefördert und läuft bis Dezember 2028.

Ziel des Projekts ist es, den Austrieb und die Blüte von Obstbäumen gezielt zu verzögern, um das Risiko von Spätfrostschäden an Blüten und jungen Früchten zu senken und so die Ertragssicherheit im Obstbau zu erhöhen. Als Methode kommt die Überkronenberegnung zum Einsatz, bei der durch Verdunstungskälte die Entwicklung der Knospen verlangsamt wird. Die Überkronenberegnung von Obstbäumen im ausgehenden Winter zur Verzögerung des Austriebs ist wassersparender als eine Frostschutzberegnung. Laut Literatur aus den USA werden dafür nur ca. 20 % des Wasserbedarfs einer Frostschutzberegnung benötigt.

Beim Auftakttreffen in Müncheberg kamen die Partner der Operationellen Gruppe zusammen: die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e. V. – Obstbau-Versuchsstation Müncheberg (Leadpartner, Projektleitung Dr. Andreas Winkler), das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V. (ATB), das TLLLR, das Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH (IMMS) aus Ilmenau, die BB Brandenburger Obst GmbH, die Havelfrucht GmbH, der Serviceverband Gartenbau Thüringen (SGT) sowie die Humboldt-Universität zu Berlin.

Während sich die Brandenburger Projektpartner schwerpunktmäßig mit Kernobst, insbesondere Äpfeln, befassen, wird am TLLLR untersucht, ob sich die Blüte auch bei Steinobstkulturen verzögern lässt. Steinobstkulturen sind ein Schwerpunkt des obstbaulichen Versuchswesens am TLLLR, auch im Rahmen der mitteldeutschen Kooperation im Gartenbau. Der Beitrag des TLLLR und des Serviceverbands Gartenbau ergänzt damit das Gesamtprojekt um eine für die Praxis wichtige Kulturgruppe. Das IMMS aus Ilmenau stattet alle Versuchsanlagen in den beiden Bundesländern mit der notwendigen Sensorik aus, um das Mikroklima in den Baumkronen und die Temperatur der Knospen zu messen.

Quelle: TLLLR