10.04.2025

Erste FAIRDI-Äpfel im Handel erhältlich

v.l.: Thomas Heilig, Nils Siefen, Heike Gumsheimer, Lana Rúbia Da Silva, Erich Röhrenbach
Foto: Obstregion Bodensee e. V.

Die Obstregion Bodensee setzt ein starkes Zeichen für nachhaltige Landwirtschaft: Ab dem 7. April 2025 sind erstmals FAIRDI-Äpfel in zwei Filialen der GLOBUS-Handelskette erhältlich. Der Verkaufsstart markiert einen bedeutenden Meilenstein für die Initiative FAIRDI – „fair zur Umwelt, fair zum Erzeuger, fair zur Gesellschaft“ – die als Gemeinschaftsprojekt seit vier Jahren konsequent auf nachhaltige Innovation im Obstbau setzt.

Vier Jahre Entwicklung – jetzt beginnt die Marktreife

Gestartet als Antwort der Erwerbsobstbauern auf den Ruf nach mehr Nachhaltigkeit, hat „FAIRDI – natürlich vom Bodensee“ in den vergangenen vier Jahren ein umfassendes Konzept entwickelt, das Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität und faire Bedingungen für Erzeuger in Einklang bringen soll.

„Wir starten mit 20 Tonnen – für den Obstbau am Bodensee eine kleine Menge, aber ein bedeutender Schritt für FAIRDI“, sagt Markus Maier, Obstbauer, Ideengeber und Mitinitiator der Initiative. Die Vermarktung übernimmt die Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft – ein erfahrener Partner mit langjähriger Expertise im Lebensmitteleinzelhandel. Gemeinsam mit GLOBUS Markthallen wird der Verkaufsstart strategisch begleitet und auf Basis von Kundenfeedback weiterentwickelt. Perspektivisch sollen weitere Sorten unter dem Markendach FAIRDI sowie zusätzliche Verkaufsstellen folgen.

Mit robusten Sorten und wissenschaftlicher Begleitung

Zentral für das FAIRDI-Konzept ist der Anbau robuster, schorfwiderstandsfähiger Apfelsorten in Kombination mit gezielten ökologischen Maßnahmen. Seit 2021 werden zwei Modellanlagen am Bodensee wissenschaftlich begleitet – unter anderem durch das Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB). „Wir prüfen seit Jahren neue Sorten auf Robustheit, Qualität und Klimaverträglichkeit“, erläutert Nils Siefen vom KOB. Heike Gumsheimer, Projektmanagerin von FAIRDI, ergänzt: „Neben der Sortenwahl analysieren wir Klimabilanzen und setzen gezielt Biodiversitätsmaßnahmen wie Blühstreifen und Nisthilfen um. Unser Ziel ist eine Best-Practice-Methode für die Region.“

FAIRDI als Dach für robuste Sorten

Unter dem Markendach von FAIRDI als Teil von Obst vom Bodensee werden derzeit verschiedene vielversprechende Apfelsorten getestet. Sie alle vereinen wichtige Eigenschaften, die für eine nachhaltige und kundenorientierte Obstproduktion entscheidend sind: Sie sind robust im Anbau, überzeugen durch ein ausgewogenes süß-säuerliches Aroma, festes Fruchtfleisch und eine sehr gute Lagerfähigkeit. Genau das, was moderne Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten – wochenlang frisch im Kühlschrank, auch bei Zimmertemperatur lange haltbar.

Markteintritt mit Nähe zum Kunden

Der Verkaufsstart wird im Handel durch eine aufmerksamkeitsstarke Zweitplatzierung sowie begleitende Verkostungsaktionen unterstützt. „Jetzt gilt es, die Reaktionen der Verbraucherinnen und Verbraucher genau auszuwerten und daraus konkrete Schlüsse für die Weiterentwicklung zu ziehen“, so Heike Gumsheimer. „Wir möchten nicht nur mit Qualität überzeugen, sondern auch mit Transparenz und Nähe zur Kundschaft punkten.“

Hintergrund zur Initiative

Die Initiative „FAIRDI – natürlich vom Bodensee“ wird seit Ende 2021 vom Fachverband Obstregion Bodensee e.V. koordiniert. Unterstützt wird das Projekt von Akteuren aus Obstbau, Wissenschaft und Politik und gefördert durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Die Obstregion Bodensee e.V. vertritt rund 1.000 Betriebe mit etwa 9.000 Hektar Anbaufläche – eine der wichtigsten Obstanbauregionen Deutschlands. Die Vermarktung erfolgt unter der Dachmarke „Obst vom Bodensee“.

Quelle: Obstregion Bodensee e.V.