Österreich: Automatisierter Salat-Anbau im Hochregal
Wie der ORF berichtet baut das Tochterunternehmen „Vertic Greens“ des Technologie Unternehmens Heron im Dornbirner Industriegebiet Salat an – in einem vollautomatisierten Hochregallager. Der Anbau gleicht einem Labor, das Unternehmen hat mit dem Salatanbau den Schritt in die digitalisierte Landwirtschaft gewagt.
„Das Thema ist, dass die Landwirtschaft im Argen liegt. Wir haben ein Problem mit gesunden Lebensmitteln und auch mit der Versorgungssicherheit“, sagt Christian Beer, Inhaber der Heron Innovations Factory. „Dann haben wir uns überlegt: Was können wir gut? Prozesse können wir gut, Automatisierung können wir gut. Wenn wir das mit Biologie ergänzen, haben wir eigentlich alles im Haus.“
Roboter überwacht Pflanzenwachstum
Automatisiertes „Vertical Farming“ bedeutet, dass Transportsysteme und Roboter die Pflanzen betreuen und sie in ihrem Wachstum überwachen. Der Mensch soll in den Prozess nicht mehr eingreifen – lediglich über ein Tablet die Anlage steuern.
„Innerhalb des Systems ist ein Roboter verbaut, der die Pflanzen vollautomatisiert durch das System transportiert“, erklärt Maximilian Eiswirth, Leiter von „Vertical Greens“. „Technisch funktioniert das System so, dass wir die Pflanzen aussäen, diese dann in das vollautomatisierte System eingeschleust werden und dann in die entsprechenden Licht- und Klimazonen kommen.“
Sind die Pflanzen erst einmal erntebereit, werden sie wieder aus dem System ausgeschleust. Dann werden sie geerntet und ihre Qualität wird kontrolliert. Im Anschluss werden sie in ein Kühllager gebracht.
Ertrag pro Quadratmeter bis zu 400 Mal höher
Mit „Vertical Farming“ kann der Ertrag pro Quadratmeter bis zu 400 Mal höher ausfallen, sagt Eiswirth. Die Landwirtschaft ist in dieser Form optimiert. Das bringt gegenüber der traditionellen Form Vorteile. „Wir verbrauchen deutlich weniger Düngemittel, deutlich weniger Wasser und wir verwenden keine Pestizide beim Anbau.“
Pflanzenschutz indoor nicht nötig
So seien die Produkte deutlich gesünder als Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft. Spritzmittel braucht es nicht, weil jeder Anbauschritt indoor abläuft. „Das ganze System ist nach außen abgeriegelt. Das heißt, die Luft die in unser System kommt, wird gefiltert. Es kommen keine Schadstoffe von außen rein, aber auch keine Insekten. Das heißt, wir müssen die Pflanzen nicht davor schützen“, erklärt Eiswirth.
Weltweiter Ausbau angedacht
„Vertical Farming“-Systeme wie in Dornbirn sollen in Zukunft weltweit errichtet werden. „Vertical Greens“ wird sie mit Partnern vor Ort betreiben, alle Daten sollen aber in der Dornbirner Zentrale ausgewertet und gespeichert werden. „Weil das Know-How sehr, sehr hoch und sehr intensiv ist und wir eigentlich alles so aufgebaut haben, dass wir die zentralen Aufgaben bei uns lösen und die Farm dann – regional – vor Ort betreiben“, sagt Beer.
In den nächsten Monaten soll im deutschsprachigen Raum eine erste Anlage entstehen. Sie soll bis zu 1.000 Salatpflanzen pro Tag liefern können. Beim Prototyp in Dornbirn werden derzeit täglich 250 Kilogramm Salat geerntet. Damit beliefert wird der Großhandel.
Arbeit an Prozessen seit zwölf Jahren
Pflanzenanbau im Hochregal ist grundsätzlich zwar nicht neu, die Innovation – sprich die Automatisierung – aus Vorarlberg gilt als Alleinstellungsmerkmal. „Die Japaner sind die, die am längsten dran sind – seit 20 Jahren. Wir sind seit zwölf Jahren dran. Von den Prozessen her können wir glaube ich sagen, dass wir weltklasse sind. Da gibt es keinen, der annähernd an unsere Technik herankommt“, ist Beer überzeugt.
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Quelle: vorarlberg.ORF.at
