Inlandserzeugung bei Brokkoli steigt
Im Süden und Südwesten Deutschlands begann die deutsche Brokkoli -Saison dieses Jahr Mitte Mai mit ersten kleinen Mengen. Zeitgleich war der Markt noch mit spanischer Ware versorgt. Die Preise für Brokkoli gaben mit zunehmender deutscher Produktion bereits zum Monatsende nach.
Im Verlauf des Junis nahm die Saison in Deutschland deutlich an Fahrt auf. Mit dem Erntebeginn in Norddeutschland stand Brokkoli aus sämtlichen bedeutenden deutschen Anbauregionen zur Verfügung, wodurch die Relevanz spanischer Lieferungen rasch zurückging. Das größere Angebot führte zu sinkenden Preisen und sorgte gleichzeitig für zusätzliche Impulse bei der Nachfrage im Einzelhandel. Gegen Monatsende kamen die aufgrund der warmen Witterung zeitlich zusammengerückten Pflanzsätze verstärkt auf den Markt und ließen das Angebot weiter steigen. Parallel dazu rückte die Hitzewelle stärker in den Mittelpunkt. Vor allem die hohen Temperaturen und die intensive Sonneneinstrahlung in der ersten Julihälfte beeinträchtigten die Bestände sichtbar. Teilweise verschlechterte sich die Qualität der Ware, während die Ernte weiterer zusammengeschobener Sätze das bereits umfangreiche Angebot zusätzlich erhöhte. In der Folge gingen die Großhandelspreise nochmals leicht zurück. In der ersten Juliwoche (KW 28) lag der durchschnittliche Großmarktpreis für folierten Brokkoli bei 2,12 EUR/kg. Damit wurde das Niveau der Vorjahreswoche zwar um 14 % übertroffen, gleichzeitig entsprach der Preis aber dem durchschnittlichen Wochenniveau der Jahre 2021 bis 2025. Die hohen Temperaturen im Juli bremsten die Nachfrage in vielen Regionen Deutschlands, insbesondere im Westen und Süden, während sich der Absatz im kühleren Norden stabiler entwickelte. Der Lebensmitteleinzelhandel reagierte auf das hohe Angebot mit umfangreichen Werbeaktionen, um den Verkauf zu unterstützen. In den Kalenderwochen 27 und 28 wurde daher im deutschen Einzelhandel so intensiv für Brokkoli geworben wie seit mehreren Jahren nicht mehr.
Laut Statistischem Bundesamt wurde Brokkoli im Jahr 2025 deutschlandweit auf rund 3.300 ha angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einem leichten Rückgang der Anbaufläche um 3 %. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 lag die Fläche jedoch um 9 % höher. Die Erntemenge erreichte 2025 rund 49.000 t und fiel damit trotz leichten Flächenrückgangs geringfügig größer aus als im Vorjahr. Gleichzeitig setzte sich der Rückgang der Anzahl an Brokkoli erzeugenden Betrieben deutlich fort. Bundesweit bauten im vergangenen Jahr noch 966 Betriebe Brokkoli an, was knapp 5 % weniger als im Vorjahr waren. Zu den bedeutendsten Bundesländern im deutschen Brokkoli-Anbau zählen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bayern. In Niedersachsen stieg die Produktion 2025 um 5 % auf 13.500 t. In Nordrhein-Westfalen führte die Ausweitung der Anbaufläche um 22 % zu einem Produktionsanstieg von 18 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 9.100 t. Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden für 2025 noch keine Daten gemeldet, so dass übergangsweise eine stabile Anbaufläche zum Vorjahr angenommen wird.
Quelle: AMI
