15.06.2026

Einblicke in ökologische Pflanzenzüchtung und gentechnikfreie Saatgutarbeit

Von Mai bis Oktober 2026 öffnen ökologische Zuchtgärten ihre Tore für Interessierte. Die Veranstaltungsreihe lädt ein, mit Menschen aus der ökologischen Pflanzenzüchtung an Getreide, Gemüse und Obst ins Gespräch zu kommen und deren praktische Arbeit vor Ort kennenzulernen.

Hintergrund der Veranstaltungsreihe sind Pläne der EU, die Regulierung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik (NGT) deutlich zu lockern. Viele dieser Pflanzen sollen künftig ohne Prüfung der Umweltrisiken und ohne Kennzeichnung auf den Markt kommen. Die Abstimmung über die geplante Gesetzesänderung steht kurz bevor. Kritiker:innen warnen vor drastischen Risiken für Umwelt und Landwirtschaft. Verbraucher:innen könnten nicht mehr erkennen, ob in einem Lebensmittel Gentechnikprodukte enthalten sind, nur Bio-Produkte wären davon ausgeschlossen.

Die Feldgespräche schaffen Raum für Austausch und Diskussion darüber, wie Landwirtschaft und Ernährung zukünftig gestaltet werden können. Besucher:innen erfahren anschaulich und hautnah, was Ökozüchtung zur Sicherung einer gentechnikfreien Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung beitragen kann und welchen Herausforderungen sie sich stellen muss. Gemäß den Prinzipien des Ökolandbaus arbeitet ökologische Pflanzenzüchtung konsequent ohne Gentechnik und setzt auf klassisch-handwerkliche Verfahren wie Kreuzungs- und Selektionszucht. Züchtung findet dabei on-farm statt, integriert in ökologische Anbausysteme und nicht im Labor.

Die Züchtungsorganisation Kultursaat e.V. sowie das Saatgutunternehmen Bingenheimer Saatgut AG beteiligen sich mit offenen Zuchtgärten an der Aktion Feldgespräche. „Ökologische Züchtung ist ein ebenso konsequenter wie zukunftsweisender Weg. Denn hier wird an robusten, anpassungs- und fortpflanzungsfähigen und nicht zuletzt leckeren Sorten gearbeitet. Auf lange Sicht sichert das Vielfalt, Ernährungssouveränität und Unabhängigkeit von Konzernstrukturen“, betont Kultursaat-Geschäftsführer Michael Fleck und lädt alle Interessierten ein, sich selbst ein Bild zu machen. In der Bingenheimer Saatgut AG führt am 09.10.2026 Züchterin Christine Nagel durch den Versuchsbetrieb und freut sich auf einen angeregten Austausch.

Eine Übersicht aller teilnehmenden Betriebe und Termine findet sich unter https://www.ig-saatgut.de/themen/feldgespraeche/ Besucher:innen erwartet eine blühende, fruchtende und samentragende Kulturvielfalt zum Anschauen, Anfassen und Verkosten.

Pressebilder, Social-Media-Materialien, ein Factsheet zur Gentechnikdebatte sowie ein Ankündigungstext zu den Feldgesprächen stehen unter folgendem Link zum Download bereit: Einladung zu Feldgesprächen | bioverita – Bio von Anfang an!

Die Feldgespräche werden organisiert und unterstützt von der IG-Saatgut, dem Dachverband Ökologische Pflanzenzüchtung, bioverita, dem BÖLW und verschiedenen Züchtungsinitiativen.

Kultursaat e.V. erhält bewährte und entwickelt neue samenfeste Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten in biodynamisch zertifizierten Betrieben. Die Bingenheimer Saatgut AG organisiert in einem partnerschaftlichen Netzwerk die ökologische Saatgutvermehrung samenfester Sorten und vertreibt das Bio-Saatgut in Profiqualität für den Erwerbs- und Hobbyanbau.

Quelle: Bingenheimer Saatgut AG / Kultursaat e.V.