27.10.2026

Edmund Rehwinkel-Stiftung fördert Arbeiten zu KI, Digitalisierung und Agrarsystemen

Die Edmund Rehwinkel-Stiftung schreibt im Rahmen ihrer Studienförderung 2027 das Schwerpunktthema

Digitalisierung, KI und Unternehmertum für nachhaltige und resiliente Agrar- und Ernährungssysteme 

zur wissenschaftlichen Bearbeitung aus.
 

Hintergrund:

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft steht vor einer grundlegenden Transformation. Digitale Innovationen, Precision Farming, Sensorik, Robotik und KI-basierte Anwendungen verändern Produktionsprozesse, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle grundlegend. Dabei reicht der technologische und unternehmerische Wandel weit über die traditionellen Grenzen der Primärproduktion hinaus: Er umfasst die gesamten vor- und nachgelagerten Bereiche – von der Erzeugung über die Verarbeitung und Logistik bis hin zum Verbraucher.

Neben erheblichen Effizienz- und Nachhaltigkeitspotenzialen wirft diese Entwicklung zentrale strategische Fragen auf. Hierzu zählen Fragen der Datenhoheit, der Interoperabilität und Schnittstellenkommunikation zwischen Systemen sowie das Risiko, dass kleine Betriebe bei der Dynamik des Fortschritts abgehängt werden. Gleichzeitig erfordern globale Herausforderungen wie der Klimawandel und steigende Risiken (betrieblich wie politisch) ein ganzheitliches Risikomanagement und eine vorausschauende Risikovorsorge (z. B. durch neue Kulturen, angepasste Fruchtfolgen, Versicherungsmodelle und resiliente Wertschöpfungsketten). Unternehmertum und neue Akteure spielen hierbei eine entscheidende Rolle, um Barrieren der Adaption zu überwinden und tragfähige Innovationen in die Breite des Agrar- und Ernährungssektors zu tragen.
 

Forschungsziele:

Die Ausschreibung fördert wissenschaftliche Projekte, die praxisnahe, interdisziplinäre und modellhafte Ansätze für die erfolgreiche Umsetzung digitaler und unternehmerischer Innovationen im gesamten Agrar- und Ernährungssystem entwickeln. Im Fokus steht ein erweiterter Blickwinkel, der die gesamte Wertschöpfungskette („Vom Hof bis zum Teller“) einbezieht. Ziel ist es, Potenziale und Adaptionshemmnisse zu analysieren, Strategien zur Stärkung der Resilienz und Risikofürsorge aufzuzeigen und Lösungsansätze für eine zukunftsfähige, gerechte und nachhaltige Gestaltung des Wandels zu erarbeiten.

Beispiele für Fragestellungen:

  • Wertschöpfungskette und Ernährungssysteme: Wie können digitale Innovationen und Unternehmertum-Ansätze über die Primärproduktion hinaus in vor- und nachgelagerten Bereichen (Ernährungswirtschaft, Handel, Logistik) wirksam eingesetzt werden? Welche Modelle vernetzen Erzeuger und Verbraucher transparenter und effizienter?
  • Künstliche Intelligenz, Sensorik und Automatisierung: Welche konkreten Anwendungsfelder bieten KI, Precision Farming und automatische Datenübertragung zur Steigerung von Nachhaltigkeit und Resilienz? Wo liegen technologische Grenzen und Entwicklungsbedarfe?
  • Schnittstellen und Systemkommunikation: Wie lässt sich die technische und organisatorische Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Systemen und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette optimieren? Welche offenen Standards und Schnittstellen sind erforderlich?
  • Datenhoheit und Agrarstruktur: Wie wird die Datenhoheit von Betrieben gewahrt? Welche Risiken bestehen, dass kleine und mittlere Betriebe strukturell abgehängt werden, und wie lässt sich ein chancengerechter Zugang zu neuen Technologien sicherstellen?
  • Adaptionshemmnisse und Technologietransfer: Welche organisatorischen, finanziellen oder kulturellen Hürden verhindern die Adaption digitaler Lösungen in der Praxis, und wie können innovative Gründungskonzepte (Entrepreneurship) diesen Transfer beschleunigen?
  • Risikomanagement und Risikovorsorge: Welche strategischen Risikomanagement-Ansätze (betrieblich und politisch) stärken die Resilienz von Agrar- und Ernährungssystemen? Welche Rolle spielen hierbei innovative Versicherungsmodelle, neue Produkte, erweiterte Fruchtfolgen und Diversifizierung?
  • Struktureller Wandel und Klimawandel: Wie verändert die Kombination aus Digitalisierung und Klimawandel die Funktionsweise und das Berufsbild der Landwirtschaft sowie der nachgelagerten Lebensmittelerzeugung langfristig?
     

Details zu Fristen und Förderung finden Sie hier.

Quelle: Rentenbank