15.04.2026

Bester Auszubildender im Gartenbau: Jonas Gehr aus Straelen

Ehrung als Prüfungsbester bei der Landwirtschaftskammer NRW in Bad Sassendorf. Kammerpräsident Karl Werring (rechts) und Kammerdirektor Dr. Arne Dahlhoff überreichen Jonas Gehr die Urkunde.
Foto: Saskia Schmitz, Landwirtschaftskammer NRW

Mit der Traumnote 1,14 wurde Jonas Gehr von der Landwirtschaftskammer NRW als bester Auszubildender im Gartenbau – Fachrichtung Zierpflanzenbau – ausgezeichnet. Im Rahmen seines Besuchs bei Topfpflanzen Ripkens in Straelen sprach Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein mit dem jungen Gärtner über Motivation, Ausbildung, Technik und Zukunftsperspektiven. Mit dabei war auch Inhaber André Ripkens.

Schon die Nachricht über sein herausragendes Prüfungsergebnis überraschte den jungen Straelener: Die Noten im Schuljahr seien zwar gut gewesen, „aber dass es dann so gut wird, habe ich nicht erwartet“, erzählt Jonas rückblickend. Sein Weg in die Branche war dabei nicht vorgezeichnet. „Der eigentliche Plan war etwas in Richtung technischer Zeichner zu machen. Durch Corona hat sich der Plan letztendlich geändert. Ich wollte etwas tun, bei dem ich am Ende des Tages sehe, was ich geschafft habe. Dann habe ich neben der Schule in der Gärtnerei meines Onkels gearbeitet“, berichtet er. Dass der Gartenbau in seiner Familie immer präsent war, hat seinen Weg mitgeprägt: Gleich drei Onkel führen eigene Betriebe. Besonders aber die Erfahrungen während der Ausbildung haben seine Begeisterung gefestigt.

Im Ausbildungsalltag bei Topfpflanzen Ripkens gefielen Jonas besonders die Aufgabenbereiche, bei denen er mitdenken konnte: „Mit zu überlegen, was man wie in welcher Reihenfolge macht und dabei Abläufe zu planen. Wenn man hier eine gute Idee hat, kann man sie einwerfen. Und das auch als Auszubildender.“

Wie er ein so starkes Prüfungsergebnis erreicht hat, fasst Jonas so zusammen: „Mein Erfolgsrezept war – dranbleiben. Immer ein bisschen was machen, bevor man vor Klassenarbeiten einen ganzen Berg vor sich hat. Und wichtig: Fragen stellen, wenn man etwas nicht versteht – egal, ob in der Berufsschule oder im Betrieb.“

Sein Arbeitgeber bot ihm optimale Rahmenbedingungen. Auf insgesamt 18.000 m² Glasfläche und 55.000 m² Freiland kultiviert das Team rund 30 verschiedene Sorten an Beet- und Balkonpflanzen sowie verschiedene Sedum-Arten oder Alpenveilchen, die dann unter Sortimentsnamen wie Stone-Land oder Out-Land vertrieben werden. Insgesamt arbeiten dort zehn festangestellte Mitarbeitende und drei Saisonkräfte. André Ripkens führt das Familienunternehmen bereits in dritter Generation.

Was Topfpflanzen Ripkens auszeichnet, bringt Jonas auf den Punkt: „Zum einen das familiäre Verhältnis im Betrieb. Dabei ist jeder gefragt – wenn der Azubi eine gute Idee hat, ist das gerne gesehen. Gemeinsam sind wir stark – sagt der Seniorchef Wolfgang Ripkens. Zum anderen der Einsatz der Technik. Wir haben hier beispielsweise ein Mobiltisch-System im Einsatz. Dadurch können sämtliche Arbeiten an den Pflanzen auf angenehmer Arbeitshöhe durchgeführt werden.“

Besonders Technik und Automatisierung faszinieren ihn. Die moderne Gartenbauproduktion hat längst nichts mehr mit dem klischeebehafteten Bild von Strohhut und Gießkanne zu tun. Roboter, Kransysteme und automatische Abläufe gehören selbstverständlich zum Alltag – eine Entwicklung, die seiner Meinung nach weiter zunehmen wird.

Quelle: Agrobusiness Niederrhein e.V.