09.09.2026

50 Jahre Prognosfruit: Europas Apfelmarkt unter Druck

Foto: Kühlwetter

Klimawandel, steigende Produktionskosten und wachsende internationale Konkurrenz setzen Europas Apfelerzeuger unter Druck. Das wurde bei der 50. Prognosfruit vom 5. bis 7. August in Konstanz deutlich. Rund 220 Branchenvertreter diskutierten über die Zukunft des europäischen Kernobstmarktes.

Für 2026 erwartet die World Apple and Pear Association (WAPA) eine EU-Apfelernte von lediglich rund 9,5 bis 10 Mio. t. Hohe Lagerbestände aus dem Vorjahr und ein rückläufiger Pro-Kopf-Verbrauch verschärfen den Marktdruck. Weniger Premiumware könnte im weiteren Saisonverlauf allerdings für stabilere Preise sorgen, so die Einschätzung Anfang August.

„Der Klimawandel ist schneller als die Politik“ – diese Einschätzung aus Frankreich brachte eine zentrale Botschaft der Diskussion auf den Punkt. Auch Deutschland steht unter Druck. Claus Schliecker, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau, verwies auf hohe Lohnkosten, steigende Pflanzenschutzauflagen und hohe Produktionsstandards. Politik und Lebensmitteleinzelhandel müssten bessere Rahmenbedingungen für die heimische Produktion schaffen.

Gleichzeitig wird der Markt internationaler. Italien fordert weitere offene Exportmärkte, während Neuseeland mit neuen Sorten, Premiumkonzepten und einer konsequenten Ausrichtung auf den asiatischen Markt erfolgreich ist.

Die zentrale Botschaft aus Konstanz: Europas Apfelbranche braucht Innovation, neue Absatzmärkte und eine stärkere Wertschätzung heimischer Produktion.

Welche Strategien die Experten für den europäischen Apfelmarkt sehen und was Deutschland von anderen Produktionsstandorten lernen kann, lesen Sie ausführlich in unserer aktuellen Printausgabe OBST & GEMÜSE profi 09/2026.

MBW